Wachstumssorgen und steigende Zinsen mahnen zur Vorsicht – 06.05.2022 at 11:51

6. Mai 2022

Stagflation: Das Wort, das alle Ängste in den Mittelpunkt stellt, ist wieder ganz vorne in der Finanzlandschaft. Die Idee, dem Markt das Wachstum zu nehmen und gleichzeitig eine hohe Inflation aufrechtzuerhalten, die durch steigende Energie- und Rohstoffpreise angeheizt wird, ist der schlimmste Alptraum der Anleger. Diese Angst erklärt die Beschleunigung des Rückgangs an allen Aktienmärkten. So auch in Paris, wo französische Aktien seit Anfang Mai bereits mehr als 3 % verloren haben. In New York beschleunigte sich der Rückgang am Donnerstag mit einem Rückgang von 3,12 % für den Dow und 4,99 % für den Nasdaq Composite.

Das Nebeneinander von geringer Wirtschaftstätigkeit und hoher Inflation (8,5 % in den USA und 7 % in Europa) bewirkt nicht nur eine Zurückhaltung der Konsumausgaben der Haushalte, die über steigende Preise entsetzt sind, sondern führt auch zu einem unvermeidlichen Anstieg der Zinsen , was die Fremdkapitalkosten senkt und die Wachstumsaussichten einschränkt. Darauf folgt eine Verschlechterung der Margen für die meisten Unternehmen, der Eintritt in den Abwärtsrevisionszyklus der Gewinnerwartungen börsennotierter Unternehmen und ein Abwärtsdruck auf die Aktienbewertungsniveaus.


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Offensichtlich ist das Schlimmste nie sicher, aber die Entstehung eines solchen Szenarios wird heute von Risikokapitalgebern befürchtet. Der Strudel, durch den der Sturm kommt, ist bekannt: Er erklärt sich aus der kriegsbedingten Inflationserholung in der Ukraine, die zu höheren Gas- und Ölpreisen, Unterbrechungen in der Lieferkette vieler in Russland und der Ukraine produzierter Lebensmittel sowie einer alarmierende Wiederaufflammen der Covid-19-Epidemie in China, was in vielen Großstädten zu drastischen Eindämmungsmaßnahmen führt. Die Ankündigung zur Wochenmitte einer Erhöhung der US-Leitzinsen um 0,5 Basispunkte, der eine weitere Straffung der Geldpolitik bis Ende Juni folgen wird, ist keine gute Nachricht. Der Anstieg der US-Schuldzinsen auf 3 % ist ein starker Anreiz, Liquidität lieber in Bundesfonds zu investieren, die als risikoarm gelten, anstatt Risiken am Aktienmarkt einzugehen, der undurchsichtiger wird. . Auf dieser Seite des Atlantiks sind die Anleiherenditen weniger attraktiv, aber die Risikobereitschaft ist nicht mehr vorhanden.

In diesem etwas angespannten Umfeld haben sich unsere Portfolios gut behauptet. Die Defensive hält über ein laufendes Jahr einen Anstieg von 8,7 % aufrecht, während CAC 40 seinen gesamten Vorsprung verloren hat. Diese gute Performance resultiert aus unserem geringen Marktengagement von 64 % in bar und aus der guten Performance von Sanofi, das nach wie vor unser Flaggschiff ist. Die meisten anderen Titel blieben von dem Rückgang nicht verschont, das gilt insbesondere für unsere Wachstumswerte, aber auch für Air Liquide, Accor und Rexel. Das PEA/SRI-Portfolio entwickelt sich mit einem Gewinn von 5 % über ein laufendes Jahr ebenfalls gut. Unsere jüngste Aufweichung der Positionen hat es ermöglicht, unsere Liquiditätsquote auf 63 % zu reduzieren, was wiederum ein guter Puffer gegen den Abwärtstrend seit Jahresbeginn ist. Die verantwortungsvollen Fonds, die wir ausgewählt haben, halten auch Stürzen tendenziell besser stand als traditionelle Fonds, die manchmal in spekulativere Wertpapiere investieren.

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Die Zusammensetzung des Offensive-Portfolios, das hauptsächlich in Unternehmen aus dem Energiesektor (Öl und Gas) investiert ist, unterscheidet sich grundlegend von den beiden anderen. Die Auswahl wird durch die sehr gute Wertentwicklung von Aktien getrieben, die an Öl- und Rohstoffpreise gekoppelt sind. Es ist stark investiert, wobei Bargeld weniger als 40 % des Vermögens ausmacht. In den letzten 12 Monaten hatte diese Auswahl keine Schwierigkeiten, einen besseren Job zu machen als der CAC 40. Im Laufe des gestuften Monats hat er sich mit 0,3 % leicht positiv entwickelt.

Unsere Strategie für die kommenden Wochen: Der berühmte und in den letzten Jahren kaum verifizierte Spruch „Sell in May and go“ findet nun seine volle Bedeutung. Abgesehen von den schlechten geopolitischen und wirtschaftlichen Nachrichten fehlen dem Markt nach der Veröffentlichung der Ergebnisse kurzfristige Katalysatoren. Eine Einstellung der Feindseligkeiten in der Ukraine wird wahrscheinlich das Vertrauen wiederherstellen, aber es gibt keine Anzeichen dafür, dass wir uns in diese Richtung bewegen. Unter diesen Umständen halten wir an unserer Strategie fest, Portfolios gegenüber Markteinflüssen zu desensibilisieren. Diese Woche haben wir Positionen in mehreren Aktien weiter reduziert, darunter Hermès International, LVMH, Pernod Ricard und Rexel. Was das Verteidigungsprofil anbelangt, so sind die meisten der in den ersten Wochen des Jahres 2022 begonnenen Stilllegungsarbeiten nun abgeschlossen.In der PEA/ISR-Auswahl haben wir ebenfalls Stellen deutlich abgebaut, aber in den kommenden Tagen könnten neue Verkäufe identifiziert werden. Im Offensivportfolio, das dank Positionen im Energie- und Waffensektor immer noch sehr gut ausgerichtet ist, suchen wir weiterhin nach neuen Kaufgelegenheiten. Dafür stehen uns rund 131.000 Euro zur Verfügung.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und allen ein schönes Wochenende,

Roland Laskin

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